Warum es wichtig ist, Bio-Bananen zu kaufen

Warum es wichtig ist, Bio-Bananen zu kaufen
NDR Doku über den Bananenbau (45 Min)
NDR Doku über den Bananenbau (45 Min)

Wenn man gerne Bananen isst, sollte man sich gut überlegen, welche Bananen man zu sich nimmt. Da es sich bei den Bananen um kein heimisches Obst handelt, stelle ich den Konsum dieser Früchte eh in Frage.

So kommt die Banane zu uns

Bananen sind das zweitliebste Obst der Deutschen nach den Äpfeln. Durchschnittlich essen die Bundesbürger ca. 10,5 kg der Frucht pro Jahr. Unsere Bananen stammen zu rund 91% aus Ecuador, Kolumbien und Costa Rica und nur 130 Tonnen im Jahr werden aus EU Ländern wie z.B. Spanien und Portugal importiert.

Dabei werden die Bananen unreif aus den Südamerikanischen Ländern importiert und bei uns künstlich nachgereift. Dies dauert von der grünen Banane bis zur gelben, für die Deutschen verkaufsreifen Banane nur 7 Tage und wird durch Ethylen angetrieben.

Bio Bananen kosten derzeit im Kilo ca. 1,99 Euro während 1kg von herkömmlich angebauten Bananen in etwas die Hälfte kostet. Meiner Meinung nach sind beide Preise viel zu günstig. Zudem sollte man sich dessen bewusst sein, dass man bei dem Kauf einer herkömmlichen Banane nicht nur sehr viel weniger bezahlen muss, dies aber zahlreiche Folgen in der gesamten Beschaffungskette hat. Dass der kleine equadorianische Arbeitnehmer von einer Banane wahrscheinlich am Tag gerade mal 1% des Verkaufspreises verdienen wird, interessiert bei uns in der Regel kaum jemanden. Dass nur 15% des gesamten Verkaufspreises tatsächlich als Wertschöpfung im jeweiligen Herkunftsland bleiben ist um so dramatischer.

Zusammensetzung des Bananenpreises für deutsche Verbraucher.
Zusammensetzung des Bananenpreises für deutsche Verbraucher.
  •  5% sind für Löhne und Gehälter
  • 12% für Dünger und Pflanzenschutz
  • 3% für den Transport
  • 2% Gewinn für Plantagenbesitzer
  • 3% Bananensteuer
  • 16% Schiffsfracht und Versicherung
  • 7% Großhändler
  • 21% Reiferei
  • 31% Einzelhändler

Pestiziteinsatz und Arbeitslöhne

Viele Plantagenbesitzer verwenden für Ihren Anbau  Calixin, welches in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht mehr als Fungizid eingesetzt werden darf. Entwickelt wurde es von BASF um die Pilzarten Erysiphe graminis (Echter Mehltau) in Getreide, Mycosphaerella-Arten in Bananen und Caticum solmonicolor in Tee einzudämmen.
Werdende Mütter sollten sich dessen bewusst sein, dass normale Bananen mit diesem Calixin willkürlich und ohne Kontrolle gespritzt werden und dass es irreversible Schäden bei menschlichen Embryonen hervorrufen kann.

Da Bananen aber, wie viele andere Obst-, Getreide- und Gemüse-Sorten im Wechsel gespritzt werden, ist die Pestizid- und Fungizid-Belastung weit über die Maßen normal bei konventionellem Anbau.

Die Arbeiter müssen oftmals während der Besprühung der Plantagen ohne ausreichenden Schutz weiterarbeiten und nehmen diese Giftstoffe ungefiltert auf. Gedeckt ist dies alles von nationalen Gesetzen in den jeweiligen Herkunftsländern.
Ist der Arbeitslohn also nicht mal ein geringer Ausgleich für die anstrengende Plantagenarbeit und hilft in keinem Fall in einem Krankheitsfall des Arbeiters. Bei oftmals weniger als $250 Arbeitslohn im Monat reicht es bei den Arbeitern meist nicht mal dazu, die eigene Familie zu ernähren.
Dass mit der Verwendung dieser gefährlichen Giftstoffe neben der Natur sogar Menschen und ganze Familien geschädigt und krank werden.

Deutsche Kunden kaufen eben keine Bananen mit Flecken.

Bananensorten

Wie wir auf La Palma erfahren haben, gibt es ja unterschiedlichste Bananensorten, von denen allerdings aus “ästhetischen” und “geschmacklichen” Gründen viele nicht mehr angebaut werden.
Auf La Palma werden konventionell Bananen angebaut, allerdings mit wesentlich geringerem Pestizid- und Fungizid-Einsatz, da es viele Krankheitserreger- und Pilzkulturen gar nicht auf die Insel “geschafft” haben. Dass diese Bananen aber nicht in unseren Supermarktregalen landen, liegt daran, dass die angebaute Sorte nicht dem “deutschen” Geschmacksverständnis einer Banane entspricht.
La Palma exportiert jährlich immerhin bis zu 60.000 Tonnen an Bananen, die hauptsächlich nach Spanien und letztendlich auch Südamerika geliefert werden. Stopp. Südamerika?
Ja, auch wenn man es erst mal nicht glauben möchte, importieren wir in Deutschland doch lieber Bananen von Costa Rica anstelle auf die geschmackvollere Palmerische Bananensorte zurückzugreifen.

Neben etwa 1.000 existierenden Bananensorten eignen sich gerade mal 20 Sorten tatsächlich für den Export-Handel, sodass unsere Sortenvielfalt hier fast nicht gegeben ist.
Zudem gibt es auch noch zahlreiche Faser-Bananen, die zur Herstellung von Tauen, Seilen, Netzen, Gebrauchsgegenständen und Kleidung verwendet werden.

Warum sollten wir nun Bio-Bananen kaufen?

Für mich gibt es einige entscheidende Punkte, warum es mir persönlich wichtig ist, Bio-Bananen zu kaufen:

  • Besser Löhne für Plantagenarbeiter
  • Feste Preise für die Plantagenbesitzer
  • Kein Einsatz von Pestiziden (damit auch o.k. für Mütter)
  • Förderung von Mischwirtschaft im Herstellungsland
  • Rückstandsfreiere Lebensmittel

Umdenken im Kopf

Wir sollten aufhören, günstige und dafür noch optisch einwandfreie Lebensmittel zu konsumieren. Nach meinem Verständnis spielt es keine Rolle, ob eine Banane krumm oder weniger krumm ist, als die “Norm”, ob sie leichte Flecken hat oder andere Schönheitsfehler. Was für mich zählt ist der Geschmack und mein eigenes Gewissen.

Weitere interessante Links:

http://www.makefruitfair.de/
http://www.uuru.de/en/