Über

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So what is all this fuss about???

responsiveat.com setzt sich aus zwei Wörtern zusammen:

1. responsive = [engl.] reagierend,  reaktionsfähig (immer in Verbindung mit einer Aktion, einem Handeln) und im übergeordneten, freien Sinn auch “verantwortungsbewusst”.

2. eat = [engl.] essen

Zur Geschichte

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man über Ernährung nicht gerne spricht. Schon gar nicht über unangenehme Themen. Ich habe mich aus viele Gründen nach und nach bewusst dazu entschlossen, vegan zu leben. Das hat gesundheitliche Gründe, Gewissensgründe und einige andere.

Tja, was will ich mit dieser Seite erreichen? Dass alle Veganer werden? Dass sich alle vegetarisch ernähren? Dass jeder rank und schlank ist und schön brav innerhalb seiner BMI Norm rangiert? Nein, nichts davon, sicher nicht. Viel wichtiger ist es mir, ein Bewusstsein für die Qualität guten Essens zu schaffen. Ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie die Lebensmittelindustrie unser wichtigstes Gut, unseren Körper, zu beeinflussen versucht.
Seite Jahren versuche ich auf mehr und mehr Fertigprodukte zu verzichten – in den letzten Jahren zudem noch biologisch angebaute und hergestellte Lebensmittel zu verwenden.

Ich war mal anders

Ich war ganz normaler Fleischesser, lange Jahre, bisher die meiste Zeit meines Lebens und ich kann mir im Moment nicht vorstellen wieder ein normaler Fleischesser zu werden. Mit 30 wog ich aus Unachtsamkeit, Faulheit und vor allen Dingen aufgrund falscher Ernährung knapp 98 Kilo – zu viel für mich, für meine Größe von 180 cm. Nachdem ich viele Diäten ausprobiert hatte, versucht habe Sport zu machen, etc. dachte ich erst, dass es über weightwatchers klappen müsste. Es funktionierte auch ein bisschen, zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich aufhörte Punkte zu zählen.
Monate später hat es “Klick” gemacht – scheiß auf Diäten, klappen kann das Ziel dauerhaft abzunehmen, nur über eine richtige Ernährungsumstellung.

Basische Ernährung

Angefangen hat alles mit der Umstellung auf eine basische und damit rein vegetarische Ernährung – warum im Übrigen so viele Vegetarier dennoch der Meinung sind, dass Fisch ja kein Fleisch sei, verstehe ich nicht. Diese Entscheidung führte letztendlich dazu, dass ich innerhalb eines halben Jahres ca. 15 Kilo abgenommen habe. Ganz ohne zu hungern.
Der Grundgedanke der basischen Ernährung beschäftigt sich damit, dass der Mensch im Grunde genommen von Haus aus viel zu übersäuert ist und sich viel zu sauer ernährt. Oft genug liegt die Ursache hierfür in zu schlechter Ernährung, Konsum von Fertigprodukten, zu viel tierischen Lebensmitteln und einigen anderen Punkten.

Da man während der basischen Ernährung auf einiges “verzichtet”, veränderte sich auch mein Organismus. Zuvor war ich allergisch auf viele Nüsse (Haselnüsse, Walnüsse, etc.), sowie nahezu alle säurehaltigen Ostsorten, angefangen beim Apfel, bis zur Orange, Mandarine, etc.. Mit dieser Einschränkung lebte ich eigentlich seit meinem 12 Lebensjahr und man sagte mir schon damals, dass dies wohl so bleiben würde.
Heute muss ich sagen, dass ich Äpfel ohne Nebenwirkungen essen kann, Orangen ebenfalls wieder genieße und Nüsse mir nichts mehr ausmachen. Dafür, und hierfür lieferte mir meine Hausärztin zu einem späteren Zeitpunkt eine gute Erklärung. Was ich jedoch entwickelte war eine leichte Neurodermitis in den Armbeugen und Kniekehlen, nicht weiter schlimm, aber auffällig nach Weizenkonsum, sowie eine Laktoseintoleranz auf Milch und Joghurt.
Dies im Hinterkopf behaltend, verzichtete ich auf Milchprodukte mit Laktose und so weit wie möglich auf Weizenprodukte.

Auch wenn in etwas 75% der Weltbevölkerung eine mehr oder weniger ausgeprägte Laktoseintoleranz haben, wissen viele nicht davon. Statistiken behaupten, dass alleine in Deutschland ca. 12 Mio. Menschen an dieser “Intoleranz” “leiden”, die eigentlich eine natürliche Reaktion des Abstillens und des Erwachsen-Werdens des menschlichen Körpers ist.  Probiert es aber in Absprache mit Eurem Hausarzt aber einfach mal selbst aus. Esst mal 4 – 5 Tage lang keine Produkte mit Laktose (Milchzucker) und “gönnt” Euch dann mal ein Glas Wasser mit 50 – 100 g gelöstem Milchzucker. Sollten dann eines oder mehrere der folgenden Symptome innerhalb der folgenden Stunden auftreten, dann seid Ihr mit im Club dabei:

  • Bauchdrücken
  • Bauchkrämpfe
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Kopfschmerzen
  • Schwindelgefühl (bei mir z.B. recht häufig)

Klärt dies bitte im Vorfeld aber mit Eurem Hausarzt ab und fragt Ihn, ob Euer allgemeiner Gesundheitszustand einen solchen Selbsttest erlaubt. Ich bin kein Arzt und habe keine medizinische Ausbildung genossen. Daher bin ich nicht für irgendwelche Nebenwirkungen aufgrund meiner Empfehlungen verantwortlich.

Basisch = Vegetarisch – und wie ging es weiter?

Ausgehend von meinen Allergien und meinem wesentlich verbesserten Säure- / Basen-Haushalt entschied ich mich, dass es gut wäre, weiter bei dieser Art der Ernährung zu bleiben – zudem hatte ich ja wie von selbst abgenommen!

Doch was sollte ich am besten wegen meiner teilweise vorhandenen Neurodermitis machen? Das beste war für mich: Weizenprodukte vermeiden. Das klingt aufs erste fast unmöglich, aber glaubt mir, es gibt immer mehr Bäcker und Lebensmittelhersteller, die auf Weizen mehr und mehr verzichten. Und es gibt als Ersatz so viele Dinkel-, Roggen- und Urkorn-Produkte, die 1.000 x besser schmecken und gesünder für den Menschen sind.
Lasst Euch nur ein bisschen was anhand des Beispiels “Weizen” erklären: Bis zu den 1950er Jahren war Weizen ein kompliziert und selten angebautes Getreide. In Europa wurden Brote und Backwaren hauptsächlich aus Roggen gemacht. Geht mal in den Supermarkt und schaut mal, wie wenige Produkte noch aus Roggen sind. Roggenmehl ist im Schnitt auch wesentlich teurer als billigstes Weizenmehl. Doch woran liegt das?

Mitte der 1970er Jahre kam es zu einem Zusammenschluss von Rockefeller, Monsanto und der Ford Company. Ziel dieses Unternehmens waren 3 wesentliche Punkte: Günstige Arbeitskräfte in Mexiko rekrutieren und in die USA bringen, die Ölvorkommen im Mexikanischen Golf zu kontrollieren (denn je mehr Öl desto günstiger das Benzin und desto mehr Autos werden gekauft) und letztendlich auch den Weizenanbau und Maisanbau nach Mexiko zu bringen um die wachsenden Bedürfnisse der amerikanischen Bevölkerung zu stillen. Monsanto entwickelte zu dieser Zeit einen “Superweizen” der 3 fach so hohe Erträge einbrachte, allerdings nur, wenn alle Umstände passten. Die Umstände passten für diese neue Monsanto-Weizensorte besonders gut, wenn der Boden mit den Monsanto eigenen Pestiziden und Fungiziden getränkt gewesen ist.

Der Nachteil dieses “neuen” Weizens ist, dass er die Menschen dick macht, Diabetes fördert, beschleunigt den Alterungsprozess, macht die Haut, das größte Organ des Menschen schlecht und beschädigt Herz und Hirn. Das ziehe ich mir nicht aus der Nase, das ist Fakt, wissenschaftlich nachgewiesen.

So oder so ging zu dieser Zeit die Produktion der Urgetreidesorten in ihrer damals noch ausgeprägten Form zurück. Kamut, Buchweizen, Dinkel, Emmer, Einkorn, Quinoa, Ur-Roggen und Amaranth verschwinden zu dieser Zeit fast von der Nahrungslandschaft.

Gegen die Laktoseintoleranz blieb eigentlich vermeintlich erst mal nur ein Schritt – die Wahl von laktosefreiem Joghurt und laktosefreier Milch. Nachdem ich mich allerdings erst nach über einem Jahr darüber informiert habe, welche chemischen Prozesse hinter dem Entfernen der Laktose stehen entschied ich mich für Bio Soja-Milch, bei der ich nun auch geblieben bin.
Allerdings zugegeben auch hier über den Umweg: Tablette gegen die Laktoseintolleranz. Da ich jetzt nicht zu tief in die Lebensmittelchemischen Zusammenhänge der Spaltung des Milchzuckers in der Milch eingehen will, will ich nur folgendes loswerden: Laktase wird dazu benötigt, Milch laktosefrei zu machen. Laktase gewinnt man in der Industrie in der Regel aus Schimmelpilzen oder Hefen, die aufgrund der benötigten Mengen oft gentechnisch verändert worden sind. Als selbst wenn die Kuh auf einer gentechnisch unveränderten Weide gestanden hat und damit die Milch auch als Gentechnik frei deklariert werden darf, ist es durchaus wahrscheinlich, dass die laktosefreie Milch mit gentechnisch veränderten Bestandteilen behandelt worden ist. Da der Milchzucker aufgespalten wird, ist laktosefreie Milch auch generell süßer. Der Zucker ist also immer noch in der Milch, nur in veränderter Form.

Laktose ist überall

Die Industrie verwendet in Brot, Brühen, Saucen, selbst im Hackfleisch und vielen anderen Lebensmitteln Laktose als unterschiedlichste Helferlein. Laktose dient als Füllstoff, der sensofaktorisch von den Konsumenten als besonders angenehm empfunden wird. Laktose dient aber auch dazu, Fleisch besonders frisch aussehen zu lassen. Deshalb sind viele Fleisch-Fertigprodukte und Hackfleischprodukte mit Laktose versehen.

Das besondere ist: Laktose muss bei uns nicht als Inhaltsstoff deklariert werden, da es als “gesundes” Lebensmittel und nicht chemischer Füllstoff eingestuft wird.

Wie gehts weiter?

Ich werde jetzt in diesem Rahmen nicht weiter auf die Details eingehen, werde aber mit Sicherheit immer wieder mal das ein oder andere Thema im Detail anschneiden. Einen Rat kann ich Euch geben. Eigentlich sind es zwei:

1. Hinterfragt alles was mit Lebensmitteln in Verbindung steht. Auch meine Aussagen hier, denn diese entsprechen nur meinem persönlichen Bild, welches sich über die Zeit hinweg entwickelt hat.

2. Lernt auf Euren Körper zu hören.

Letztendlich bin ich jetzt Veganer, der nach wie vor Produkte von Tieren nutzt. Ich nutze Ledergürtel, Taschen, Schuhe aber z.B. keine Daunen mehr. Ich verzichte auf alle tierischen Lebensmittel soweit dies möglich ist, nutze aber regulären Balsamico Essig (wird oft mit Gelatine gefiltert genau so wie Rotwein).  Wenn ich eingeladen bin und diejenigen wissen nicht, wie sie mit Veganern umgehen sollen werde ich zu Vegetarier, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Ich will mit meiner Lebensweise niemanden bekehren, musste mich aber in meinem Leben noch nie so oft für meine Ernährungsweise rechtfertigen und erklären, wie seit meiner Wahl, vegan zu leben. Warum dies so ist, kann ich mir selbst nicht erklären. Vielleicht weil es besonders ist, weil viele nicht bescheid wissen oder sich noch nie ein Bild davon gemacht haben. Oder weil es gerade häufiger in den Medien ist.
Ich bin Veganer der glücklich wäre, wenn jeder den angemessenen Preis für ein Steak bezahlen würde. Ohne staatliche Finanzierung vom Weizen mit dem das Rind ernährt worden ist, ohne staatliche Finanzierung vom Mais, ohne Subventionen und ohne Mastbetriebe, die ein Rind in wenigen Monaten zur Schlachtreife bringen. Ich hatte das Glück noch Großeltern gehabt zu haben, für die Fleisch und Milch ein Luxusgut gewesen ist. 1x in der Woche gab es Wurst, vielleicht ein Stück Braten. Milch hat man auch nicht jeden Tag gehabt, sondern nur selten. Meine Großeltern haben Butter noch selbst hergestellt und sind bewusst mit Ihren Lebensmitteln umgegangen, da diese wertvoll gewesen sind.
Ich will meinen Kindern auch mit guten Beispiel vorangehen. Ich wünsche mir, dass sie von mir lernen, Leben in jeder Form zu schätzen und bewusst mit dem was sie am Leben erhält umzugehen.

Jetzt wünsche ich Euch aber, nach all den vielen Worten, erst mal viel Spaß mit meiner kleinen Webseite, einem kleinen Ansatz zu einem vielleicht gesünderen Leben.